Fachanwälte für Arzthaftungs- und Verkehrsrecht

ergänzen sich im Bereich des Schadensersatzes und Schmerzensgeldes bei Personenschäden optimal. Wir arbeiten mit qualifizierten medizinischen oder unfallanalytischen Sachverständigenbüros zusammen. Um maximalen Schadensersatz zu erhalten, müssen Sie in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht bestmöglich vertreten sein.

Beispiel Haushaltsführungsschaden

Ein Ehepaar hat zwei schulpflichtige Kinder. Die Familie bewohnt ein Haus mit Garten. Es handelt sich um einen gehobenen Haushalt; eine Reinigungskraft hilft zwei Mal wöchentlich drei Stunden. Der Ehemann ist Alleinverdiener. Die dreißigjährige Ehefrau erleidet durch einen Behandlungsfehler oder Verkehrsunfall eine niedrige Querschnittslähmung. Sie kann also - anders als bei einer hohen Querschnittslähmung - noch in ihrem Rollstuhl den Haushalt leiten und sich teilweise um die Kinder kümmern. Hier kann man von einem schätzungsweise ermittelten monatlichen Gesamtbetrag von netto 1.373,- Euro gelangen. Dieser ist (anders als das Schmerzensgeld, das Geschädigte als Einmalzahlung verlangen können) nach dem Gesetz monatlich zu zahlen, soweit nicht ein wichtiger Grund vorliegt, dass kapitalisiert (Abfindung in Kapital) werden muss. Die Parteien (die Versicherung und die Geschädigten) können auch in einem Abfindungsvergleich vereinbaren, dass der Betrag kapitalisiert wird, also in einer Summe abgefunden wird. Dabei sind sowohl die Inflation zu berücksichtigen, als auch der Anlagezins. Versicherungen beharren oftmals auf einem Zins von fünf Prozent. Das benachteiligt den Geschädigten allerdings, so dass teilweise vertreten wird, dass der Zins aus Gerechtigkeitsgesichtspunkten lediglich zweieinhalb Prozent betragen dürfe. Zurzeit ist ein Zins von fünf Prozent auf dem Finanzmarkt nicht seriös und sicher zu realisieren.
Schließlich ist auch das Lebensalter und die damit verbundene durchschnittliche Lebenserwartung zu berücksichtigen, die man gleichfalls in Tabellen ablesen kann. Die Sterbetafeln geben die statistische Lebenserwartung als Modellrechnungen wieder. Sie berücksichtigen allerdings nicht den heutzutage geschwinden medizinischen Fortschritt (können sie gar nicht). Wir sind uns sicher, dass die Lebenserwartung eines heute Geborenen bedeutend länger ist, als sich aus den Tabellen entnehmen lässt. Die Berechnung von Zukunftsschäden anhand dieser Tabellen benachteiligt Geschädigte, ist zurzeit aber nicht anders möglich.
Teilweise wird vertreten, dass die Haushaltsführung pauschal mit 75 Jahren ende. Das ist abwegig. Auch in diesem und noch viel höherem Alter werden heutzutage noch Haushalte selbst geführt, so dass bei der Berechnung das statistische Lebensende zugrunde zu legen ist. Eine heute dreißigjährige Frau hat heutzutage nach der Tabelle noch mindestens 53 Jahre zu leben. Das sind 636 Monate. Das ergibt multipliziert mit dem monatlichen Haushaltsführungsschaden 873.228,- Euro (das Schmerzensgeld beläuft sich bei der Art der Verletzung auf 200.000,- bis 250.000,- Euro). Bei einem Zinssatz von fünf Prozent ergibt sich ein Abfindungsbetrag von 306.110,- Euro, bei vier Prozent sind es 362.284,- Euro, bei drei Prozent 436.981,- Euro, bei zweieinhalb Prozent sind es 483.623,- Euro. Das ergibt einen Unterschied von 177.513,- Euro zu einer Abzinsung mit fünf Prozent. Damit ist klar, dass man bei Vergleichsverhandlungen eher beim monatlichen Betrag Abschläge zugestehen darf, als beim Zins.